Wir haben kürzlich einen Mandanten vertreten, dem in einem strafrechtlichen Verfahren vor dem Amtsgericht Düsseldorf Betrug auf der Internetplattform eBay (Kleinanzeigen) vorgeworfen wurde.

Achtung Betrug bei eBay

Achtung Betrug bei eBay-Kleinanzeigen

Ausweislich der Strafanzeige sowie der Anklage habe er auf der Internet-Verkaufsplattform eBay an einen Käufer ein Ipad verkauft. Nach kurzem E-Mail-Kontakt wechselte man sodann zu WhatsApp und vereinbarte die Überweisung eines Teilbetrages sowie die Versendung der Ware, so die Anklage. Der Teilbetrag wurde überwiesen, das Ipad kam allerdings nie beim Käufer an.

Interessant und zunächst durchaus verwirrend konnte der Käufer Auszüge eines Nachrichten WhatsApp-Verlaufes vorlegen, welche zumindest teilweise von unserem Mandanten stammten, so u.a. auch die Übermittlung der Kontodaten.

Wir konnten allerdings zur Überzeugung des Gerichtes nachweisen, dass sich hier augenscheinlich eine dritte, den Verfahrensbeteiligten unbekannte Person in die Kaufabwicklung eingeschaltet hatte. So stellte sich heraus, dass zwischen dem Käufer und unserem Mandanten kein tatsächlicher Kontakt im Rahmen der Kaufabwicklung und der Besprechung der Details mehr stattgefunden hat. Sowohl der Käufer als auch unser Mandant erhielten von der dritten unbekannten Person eine (identische) Handynummer, wobei Käufer und Mandant dachten, Sie würden jeweils miteinander kommunizieren. Die Identität der Handynummer, welcher dem Käufer und unserem Mandanten von der dritten Person per E-Mail-Kontakt bei eBay übermittelt wurde, konnte im Rahmen der Verhandlung festgestellt werden. Diese Nummer gehörte mithin weder der jeweils anderen Partei, wie der Käufer und unser Mandant die ganze Zeit über dachten. Dies konnte im Rahmen der Hauptverhandlung auch dadurch zur Überzeugung des Gerichtes vorgetragen werden, als dass das bei WhatsApp oben rechts ersichtliche Foto des Kommunikationspartners auf Seiten des Käufers nicht unserem Mandanten zugeordnet werden konnte.

Letztendlich erfolgte die – wie sich herausstellte mit der dritten Person vereinbarte – Übergabe des Ipads an einen Person, von welcher unser Mandant ausgegangen war, dass es sich um den Käufer bzw. hier dessen Neffen handelt. Die dritte Person hat mithin sowohl mit dem Käufer als auch unserem Mandanten kommuniziert und beide glauben lassen, Sie kommunizieren jeweils miteinander. Bei der vereinbarten Übergabe des Ipads nahm unser Mandant sodann den Restkaufpreis von 170 EUR entgegen und übergab das Ipad, diese Übergabe wurde von der Ehefrau unseres Mandanten beobachtet.

Im Ergebnis stand mithin ein für den Strafverteidiger erfreulicher Freispruch, wobei das gesamte Prozedere einen faden Beigeschmack hat, denn der Käufer wurde, auch wenn nicht von unserem Mandanten, in die Irre geführt und unser Mandant, der bis dahin noch nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten war, musste sich dem strafrechtlichen Vorwurf und den damit zusammenhängenden Belastungen auseinandersetzen. Letztendlich, dies bleibt festzuhalten, hat die unbekannte dritte Person ein nagelneues Ipad für 170 EUR (Übergabe bei Abholung) erhalten. Das Motiv erklärt sich schlussendlich von selbst. Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiter.

Es ist also Vorsicht geboten bei entsprechenden Kauf- bzw. Verkaufsvorgängen auf der Internetplattform eBay bzw. eBay Kleinanzeigen.

Sollten Sie von dem entsprechenden Fall betroffen sein, so steht Ihnen Rechtsanwalt B. Dimsic, LL.M. aus Düsseldorf für Rückfragen gerne zur Verfügung: Telefon 0211 38 40 40 3